Freitag, 31. Oktober 2008

Rejected Take Off

In der Geschichte persönlicher spektakulärer Fehlschläge fährt dieses Ereignis eindeutig und ohne Probleme auf den ersten Platz. Wikipedia definiert das Wort "Ironie" mit einer Äußerung welche – meist unausgesprochene – Erwartungen aufdeckt, indem zum Schein das Gegenteil behauptet wird. Und so behauptete ich doch tatsächlich nach meinem letzten Rückschlag das es doch wohl nicht mehr schlimmer kommen kann und schöpfte somit, aus den Erfahrungen der letzten Monate, Energie und Motivation um weiter zu gehen. Oder wie das alte Sprichwort doch so schön sagte: "Lächele, sei Froh, es könnte Schlimmer kommen...". Und so lächelte ich und war Froh und es kam Schlimmer. Doch was ist nun eigentlich passiert??

Ich war meinem Traum zum greifen nah. Ich hatte ein Ausbildungsvertrag einer Airline, einen Kreditvertrag mit einer hiesigen Bank und alles was sonst noch so benötigt wird um vom Fußgänger zum Piloten zu werden. Ich schloss mit meinem beruflichen Leben in Köln ab und konzentrierte mich auf meine zukünftige Ausbildung. Und alles schien Perfekt.

Doch dann passierte es. Einen Tag vor meinem Umzug nach Zweibrücken traten unüberwindbare Probleme zwischen meinem Finanzdienstleister, meiner Kreditbank und einem Notar auf. Probleme die vorherzusehen waren und mit Sicherheit vermeidbar gewesen wären. Und doch passierte es. Einem Tag vor meinem Umzug brach meine komplette und wie ich betonen möchte "Vertraglich gesicherte", Finanzierung zusammen. Einen Tag vor meinem Umzug zerplatzte mein Traum wie eine Luftblase.

Ich werde ständig gefragt wie es mir geht. Ich kann diese Frage langsam nicht mehr hören. Ich weiß es zeugt vom vermeintlichen Mitgefühl meiner Mitmenschen, aber das ist mir momentan leider irgendwie egal. Genauso wie ich den Satz: "Da kannst du ja froh sein dein alten Job wieder zurück bekommen zu haben", nicht mehr hören kann !! Ja, was kann ich froh sein. Für jemanden der so was noch nicht erlebt hat muss das vielleicht verrückt klingen, aber ich bin im Moment definitiv alles, nur nicht froh !!!

Ich lebe, lächle und ich mache irgendwie weiter. Ich tue so als wäre nie was passiert. Aber bitte fragt mich nicht wie es mir geht.

Wie geht es weiter? Ich weiß es nicht !! Irgendwann gehe ich in die Luft. Auf die ein oder andere Weise. Und bis dahin lächle ich und bin froh, es könnte schlimmer kommen...

Freitag, 24. Oktober 2008

Le Roi est mort. Vive le Roi..

..welch ein Geschichtsträchtiger Ausspruch. Und wie ich finde ist er nicht nur Monarchen vorbehalten, sondern lässt sich auch gut und gerne auf andere Lebenslagen anwenden. So erfreut sich zum Beispiel mein neuer/alter Arbeitgeber seit diesem Monat über einen neuen Hauptgesellschafter, welcher auch gleich den Namen der Firma ändern ließ. Ob dieser nun klanglich besser zum Unternehmen passt sei dahin gestellt, zumindest erfüllt er das neue Corporate Identity unserer lieben Mutter. Und so erfreuen sich meine neuen/alten Kollegen und ich, auch an neuen Titeln bzw. Berufsbezeichnungen. Der ehemalige "Vertriebsbeauftragte" im IBM Produkthaus wird zum "Senior Sales Specialist", der Abteilungsleiter zum "Director of Competencer Center" und ich, der bis dato sein Leben als Systemberater gefristet hat, darf sich nun auch mit dem Titel "Consultant Competence Center IBM" schmücken. Wenn das nichts her macht!!! Selbst das neue Logo, welches mir immer noch Unbehagen bereitet, steht ganz im Zeichen des Corporate Identity. Welch eine Freude !!!

Und auch auf mich trifft das Motto dieses Posts durchaus zu. So beendete ich meine vermeintliche Karriere bei meinem neuen/alten Arbeitgeber um mich in ein berufliches Abenteuer zu stürzen und scheiterte spektakulär. Und so bin ich nun der neue/alte Lakai meiner neuen/alten Firma. Einst sagten die Alten Weisen: "Alles bleibt wie es ist. Und alles wird besser". Und so langsam geben mir die Worte zu denken. Auch wenn meine Motivation mangels konkreter persönlicher Ziele etwas angeschlagen ist, habe ich mich entschieden anläßlich meines Ehrentags, doch wieder nach vorne zu schauen.

Der König ist Tod, es lebe der König !!!


Dienstag, 16. September 2008

Würstchen im Schlafrock...

Mir hat mal jemand erklärt wenn man in den Schrank eines Fremden schaut, so findet man heraus wer er ist und wie er lebt. Nun, der Fremde ist in diesem speziellen Fall nicht eine Person, sondern ehr ein Gebäude. Um präziser zu werden: Es ist das neue Firmengebäude in dem unser frisch aufgekauftes Unternehmen seit nun mehr fast einem Monat zu hause ist. Der erste Wirbel ist vorbei, die letzten Bauarbeiten sind abgeschlossen, um es kurz zu machen: man hat sich eingelebt. Und nun stehen wieder die alltäglichen Herausforderungen im Vordergrund, wie Beispielsweise die Suche nach dem Heiligen Gral... äh Druckerpapier. Es ist nämlich nach gesicherten Erkenntnissen so, dass auf jeden Fall 10 Paletten Druckerpapier umgezogen, aber nun nicht mehr auffindbar sind.

Dennoch erfreut man sich immernoch über die neuen Annehmlichkeiten welche das neue Gebäude bietet. Zum Beispiel ein Fernsehr im Aufzug, Klimatisierte Büros wohin man schaut und eine Küche auf jeder Etage. Und genau diese Küche gibt mir seit neustem Rätsel auf. Vielleicht ist es auch vielmehr die Person, welche sich um die Einrichtung der selbigen gekümmert hat. Die Küche selbst ist recht zweckmäßig aufgebaut. Bestehend aus einem Kühlschrank, einer Spüle, Mikrowelle sowie 2 kleinen Schränkchen bietet sie alles was für eine Kaffeeküche erforderlich ist. Nur der Inhalt, welcher so Neu ist wie die Küche selbst, lässt starke Zweifel aufkommen. So ist es zum Beispiel so, dass wenn man nach einfachen Gläsern sucht nur Champagnergläser vorfindet. Hab ich was nicht mitbekommen oder macht das Unternehmen seit neustem soviel Umsätze das die täglichen Champagner Orgien nicht fehlen dürfen?? Auch gibt es ein ausgereiftes Sortiment von Suppentellern, Töpfen und anderen Kochutensilien, welche bei einem vorhandenen Herd sicherlich von Nutzen wäre. Aber bei einer Kaffeeküche??? Wie man sieht ist die Ausrüstung für das täglich produktive Arbeiten bestens vorhanden, nur ein einfacher Kaffeelöffel wird wieder einmal zu Mangelware.

Neue Firma, Neues Gebäude, Neue Küche... Alles bleibt gleich, alles wird besser. Und ein einfacher Kaffeelöffel zerstört die neu gewonnene Firmenmoral !!!

..und meinen morgendlichen Joghurt Genuss. I'am not amused !!

Der Tag X

Gestern war nun der so genannte Tag X. Der Tag an dem die letzte offizielle Möglichkeit bestand zu Kündigen. Und genau das habe ich getan. Und ich muss sagen es war ein merkwürdiges Gefühl. An sich war es keine große Sache, aber vor meine Chefs zu treten die keinen Schimmer hatten was jetzt geschehen würde, war schon kurios. Und der Blick den man mir zu warf war ehrlich gesagt ein Foto Wert. Es wurden Hände über den Kopf geschlagen, lasziv aus dem Fenster gestarrt, kurz um: man war Entsetzt. Es fehlt mir offensichtlich an Übung um so etwas absolut Cool zu meistern. Man hatte wohl sehr viel vor mit meiner Person und die Tatsache das ich Arbeitstechnisch nicht mal mehr 2 Wochen zur Verfügung stehe, macht die Sache auch nicht besser.

Mich plagt ein wenig das schlechte Gewissen, aber die Marschrichtung steht fest, die Entscheidung ist gefallen und ich bin überzeugt davon, dass es das Richtige ist was ich tue. Somit bleibt mir nur mich den traurigen Blicken(über mein weg gehen) meiner Kollegen zu stellen und meine Freude über das Zukünftige, über mein schlechten Gewissen zu heben.

Und nun steh ich da, mit einem gekündigten Job, einem unterschriebenen Vertrag für eine Ausbildung zum Piloten und noch keine Garantie über das nötige Geld. Das beruhigt !!!

Montag, 1. September 2008

gekaufte Zuverlässigkeit

Ich bin Zuverlässig !!! Nein, nicht das ich im Rahmen einer wohl durchdachten Selbsteinschätzung zu diesem Schluss gekommen bin. Ich hab es schriftlich und zwar nicht von irgendwem, sondern von der Landesregierung Nordrhein Westfalen in Vertretung durch Sachbearbeiterin Martina M.(Name geändert). Folgende klangvolle Worte erreichten mich: "Sehr geehrter Herr XY, nach erfolgter Prüfung bestätigen wir Ihnen hiermit das sie nach §[..] zuverlässig sind."

Schriftlich bestätigte Zuverlässigkeit - Ein Titel zum Wohl fühlen. Ein Titel der bei ängstlichen Schwiegermüttern für Beruhigung sorgt, wenn diese Ihre Töchter in fremde Obhut überlassen. Kein langjähriges verantwortungsvolles Auftreten mehr, um in der Gnade anderer aufsteigen zu müssen. Man ist jetzt einfach Zuverlässig. Und das ganze für nur 33 Euro. Ich bin begeistert.

Willkommen in der Luftfahrt !!!

Dienstag, 26. August 2008

Geläutert..

Ja liebe Leser, so langsam trägt die gnadenlose Bestrafung, welche mir auferlegt wurde, Ihre Früchte. Ich fühle mich geläutert. Allerdings anders als ich es erwartet hätte. Eigentlich glaubte ich das mich der tägliche Zwang zur Nutzung der Gesindelraupe zermürben würde, aber komischerweise gewöhnt man sich an diese Notwendigkeit recht schnell. Zumal der kürzliche Umzug in ein neues Firmengebäude die Anbindung deutlich verbessert hat.

Es geht sogar soweit, dass ich so langsam lerne die Eigenheiten im Umgang mit den Massentransportern zu erkennen. So ist es zum Beispiel so, dass an meiner Umsteige-Station ein Shop der Firma Backwerk, mit leckeren Kaffeeköstlichkeiten, in den Größen 0,2 und 0,3l aufwartet. Diese sind jedoch nur zu genießen wenn an der Anzeige für die zu erwartenden Bahnen mindestens 3Minuten veranschlagt ist. Hier reicht die Zeit für die Zubereitung von 0,3l des schwarzen Goldes inklusive der Entlohnung des Bäckermeisters. Sollte jedoch die Uhr nur 2 Minuten bis zu nächsten Bahn veranschlagen, wird es knapp !!! 0,2l höchstens !!! Mehr ist nicht möglich und auch nur wenn man selbst absolute Priorität in der Abwicklung hat. Eine defizile Angelegenheit,welche ein höchstmaß an Aufmerksamkeit erfordert wenn man, wie ich, auf ein tägliches Mindestmaß an Kaffee angewiesen ist.

Dennoch zehrt das Verbot in der Nutzung meines Fahrzeugs, welches Brav vor meine Haustüre wartet, an meinen Nerven. Es möchte von mir bewegt werden, ich kann es spüren!! Als so genanntes I-Tüpfelchen schickte mir kürzlich ein, wahrscheinlich sehr gemeiner, Lakai des Statthalters einen Brief, in dem er mich nochmals auf meine Strafzeit hinwies und an mögliche Konsequenzen eines weiteren Fehlverhaltens. Es ist ja nicht so das ich noch nie ohne (m)ein Auto hätte leben müssen. Vor nicht ganz einem Jahr wurde ich gezwungener Maßen zum Fußgänger, als in meiner Abwesenheit mein Auto ein Totalschaden erlitt. Doch das war etwas anderes. Jetzt steht da dieses kleine Wunderwerk der Technik vor meiner Tür und will das ich es fahre. Und jedesmal, wenn es etwas zu erledigen gilt und Planungen gemacht werden, muss ich zurückstecken und bin auf fremde Hilfe angewiesen. Eine Minderung von Lebensqualität ungeahnten Ausmaßes und unzumutbarer Härte!!! Ich zähle die Tage die es noch zu überleben gilt. Nein, ich kratze fast schon Striche mit dem Fingernagel in die Wände meiner Wohnung, um die Übersicht über die bereits verlebte Strafzeit zu behalten.

Ich bin geläutert !!! Ich erwäge ein Schreiben an den Bundespräsidenten mit Bitte um Begnadigung. Es ist Feierabend. Ich gehe...

Sonntag, 17. August 2008

Auf zu neuen Ufern...

..heißt es doch so schön. Nach unerwarteter Übernahme meines Arbeitgebers durch ein größeres Unternehmen, stand noch eine weitere Veränderung in meinem direkten beruflichen Umfeld auf dem Programm. Der Umzug des Unternehmens in ein neues, größeres und vermeintlich schöneres Firmengebäude. Morgen ist nun der Tag an dem ich meinen Arbeitsweg geringfügig abändern muss, meinen neuen Arbeitsplatz zum ersten mal beziehe und mich von der großen neuen motivierenden Energie, proklamiert durch die Obrigkeit, anstecken lassen muss. Alles bleibt beim alten und doch wird alles viel besser, waren die Worte die mir jetzt noch in den Ohren klingeln. Ob nun Firmenchef, Politiker oder Monarch, sie alle können sich vor die Menschen stellen und allein mit Worten Goldene Zeiten verkünden. Und bei jedem von Ihnen gibt es Menschen die zu ihnen aufschauen, ihren Worten Glauben schenken und die Energie ihrer Worte weiter in die Welt tragen. "Alles wird besser" solang wir nun daran Glauben. Eine schöne Welt!!

Doch ernsthaft: Keiner hat mir bis jetzt erklärt wo ich nun meinen morgendlichen Müller-Kusper-Knick-Joghurt her bekomme. Natürlich das Original !!

deprimierende Gedanken

Als ich mich vor langer Zeit dazu entschieden habe aus einer Idee einen Traum werden zu lassen, war einfach nur ein wenig Phantasie gepaart mit Faszination und Leidenschaft nötig. Als ich mich dazu entschied aus dem Traum eine Vision zu kreieren, war neben Phantasie und Leidenschaft nur der feste Wille notwendig eines Tages diesen Weg beschreiten zu wollen, den ich mir so oft im Kopf zurecht gelegt hatte. Und als ich mich vor kurzem entschied diese kleine Vision in die Tat umzusetzen dachte ich, das nur Fleiß, Durchhaltevermögen und der feste Wille alle Widrigkeiten zu überstehen notwendig sind, um diesen Weg zu beschreiten. Und so passierte es das ich nun die Möglichkeit habe endlich die Idee in die Wirklichkeit umsetzen zu können. Das imaginäre Tor in die Welt in die ich schon immer vorstoßen wollte steht nun offen und wartet darauf durchschritten zu werden. Und trotzdem kann ich diesen Weg noch nicht antreten. Es fehlt etwas elementares was nicht mit Phantasie, Leidenschaft, festem Willen oder sonst irgend einem geistigen Gut beschafft werden kann. Und das ist es auch was mir Nacht um Nacht den Schlaf raubt.

Das weitere Vorgehen ist klar und die Schritte die eingeleitet werden müssen um die noch fehlende Zutat zu beschaffen. Doch Aufgrund von ungünstiger Urlaubsplanung muss ich Warten. 2 Wochen in den ich nichts weiter tun kann als einfach nur zu Warten. Und erst danach werden die dann hoffentlich gesammelten Informationen Leuten zugetragen, die Entscheiden werden ob Sie mir ermöglichen diesen Traum zu realisieren oder eben nicht.. doch was wenn nicht??

Freitag, 8. August 2008

und wech issa...

der gute alte Führerschein. Völlig zu Unrecht wie ich finde, hat der Staat beim kleinen Mann wieder einmal zugeschlagen. Einzig der aufopferungsvolle Einsatz einer Jungen Polizistin ist es zu verdanken, dass der Akt der Abgabe an sich, nicht zu einem Trauerspiel wurde. Bei gleißender Hitze schleppte ich mich ohne klimatisiertes Gefährt zur nächst gelegenen Polizei Dienststelle. Im Rucksack, die zu vor erworbenen und frisch gekühlten Berlin Pilsner Flaschen, erfrischten wenigstens den Rücken ein wenig, als ich endlich mein Ziel erreichte. Beim eintreten bemerkte ich zwei Dinge: 1. Das die Steuergelder des Staates, gut aufgehoben, in ein modernes und vor allem klimatisiertes Polizeirevier investiert wurden und 2. die aufreizende junge Polizistin die hinter einem Schreibtisch mit 35 Funkstationen und ebenso vielen Fernmeldesprechern, beinahe verschwand und mich freundlich in Empfang nahm. Folgender Dialog spielte sich ab:

vermeintlicher Täter, im folgenden - "Ich" - genannt
junge aufreizende Polizistin, im folgenden - "Sie" - gennant
älterer erhabener und von Weisheit übergossener Chef, im folgenden - "Er" - gennant
mit "*[...]*" eingegrenzte Begriffe sind Gefühlsregungen oder Ereignisse


Ich: Hallo, ich würd gerne mein Führerschein so für, na sagen wir mal, einen Monat deponieren..
Sie: Warum nicht, macht man ja schon mal ganz gerne um die Jahreszeit *Grinsen*

Ich: Ja, dacht ich mir auch so, laufen soll ja Gesund sein *klappern der Bierflaschen im Rucksack*
Sie: *wahrnehmender Blick*
Sie: Aber doch nicht wegen Alkohol am Steuer, oder ?

Ich: Nein, natürlich nicht. *Übergabe des Bußgeldbescheids*
Sie: *Prüfender Blick*
Sie: *Grinsen*
Sie: Das macht man doch nicht *heftiger Augenschlag mit einem Grinsen*
Ich: Ja, so langsam glaub ich das auch.


Sie: Und dann noch von diesem alten Starrkasten erwischt zu werden *Grinsen*
Sie: Wenn Sie auf der Spur weiter rechts gefahren wären, hätte er Sie nicht erwischt. Ist mein täglicher Arbeitsweg.
Ich: Oh, beim nächsten mal versuch ich dran zu denken *Grinsen*

Die folgenden Minuten verbrachte die sympathische Gesetzeshüterin damit in Ihrem modernen Rechenknecht nach dem entsprechenden Formular zu suchen, welches vermeintlich nicht auffindbar war. Nachdem Sie sich mehrmals für die Verzögerung entschuldigte, mobilisierte Sie das halbe Präsidium um das entsprechende Formular aus dem, scheinbar absolut nicht Arbeitswilligen, Computer zu bekommen. Nachdem auch das scheiterte ließ Sie sich kurz entschuldigen mit den Worten: "Ich hol mal eben den Chef".

Auftritt des "Alten". Er Betritt den Raum mit einem langsamen aber bestimmenden Schritt. Sein Blick bringt Beton augenblicklich zum Bröckeln. Man merkt förmlich wie der Staub auf dem Boden Ihm freiwillig Platz macht. Die Weisheit von Jahrhunderten lagert auf seinen Schultern.

Er: *Böser Blick zu mir, der Terroristen zur freiwilligen Aufgabe bewegen könnte*
Ich: *Schluck*
Sie: *völlig am Feiern*
Er: Das ist er also...
Ich: *mit weg bleibender Stimme* ähhh Ja
*Kopf gesenkt*
Sie: *immer noch am Feiern*

Er: *geht zur Theke an der ich stehe und greift gezielt in eine Ablage und knallt vor mir ein Dokument auf den Tisch*
Ich: *Erschreck*
Sie: *kann gleich nicht mehr vor lachen*
Er: *dreht sich um und verlässt mit exakt dem gleichen Tempo und Erhabenheit den Raum*
Ich: *Fang wieder an zu atmen*

Ich: Ist der immer so drauf??
Sie: *Grinst*
Sie: Ja, am lustigsten ist er bei Vernehmungen. Da erzählen Leute ungefragt die irrwitzigsten Sachen nur weil sie Angst vor Ihm haben. Dabei ist er so ein lieber und harmloser Kerl.

Er vom Nebenzimmer:
Das hab ich gehört.
Sie: *Schluck*

Ich: *am Grinsen*
Ich: Das glaub ich sofort.


Die nachfolgenden Minuten während der Formularbearbeitung liefen in etwa ähnlich ab. Am Ende bekam ich ein Formular mit den Worten:
über den kompletten Formularkopf bedruckt, selbst ein Blinder hätte das Lesen können, in die Hand und wurde mit folgenden Wort verabschiedet:

Sie:
Kann ich sonst noch was für Sie tun?

Ich: ähhh, danke... vielleicht nächsten Monat.
Sie: *am Grinsen*

Das ganze Schauspiel war in jedem Fall an Unterhaltsamkeit kaum zu übertreffen und rettet mir sogar ein wenig den Nachmittag. Jedenfalls werde ich mich jetzt ein wenig mit dem ÖPNV vertraut machen. Mal sehen was man da so erlebt.

Mittwoch, 6. August 2008

Der erste Schritt

Kaum zu glauben das jemand, der früher Prüfungen oder Tests gehaßt hat, nun schon mehrere dieser Prüfungsmarathons freiwillig hinter sich gebracht hat und sich nun zukünftig für den Rest seines Berufslebens 4 mal im Jahr in seinen Fähigkeiten prüfen lassen möchte. Aber was solls. Was tut man nicht alles um sich seine Träume zu erfüllen.

Der Erste Schritt dahin ist nun auf jedenfall geschafft. Cirrus Airline bzw. Cirrus Flight Training freut sich mir eine Ausbildung anbieten zu dürfen. Kurz gesagt, ich habe alle Tests bestanden und scheinbar einen guten Eindruck bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen für das Recruitment hinterlassen. Noch kürzer gesagt: Ich werd Pilot :-D

Leider kann ich meine "freuden Tänze" nicht in Textform wiedergeben und um nicht völlig ins lächerliche abzudriften, werde ich auch kein entsprechendes Video online stellen. Ich freu mich auf jedenfall riesig das es geklappt hat.

Aber wie ein weiser Mann einst sagte: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Und so geht es nun also los alle wichtigen Fragen zu klären, welche für solch ein Unterfangen notwendig sind. In erster Linie müssen vor allem Finanzierungsangelegenheiten geklärt werden, was bei einer Kreditsumme von ca. 60-70k Euro nicht unerheblich ist. Desweiteren müssen nun alle möglichen Sicherheitsüberprüfungen durch diverse Behörden durchgeführt werden. Ein kleiner Behördenlauf noch bevor überhaupt irgend etwas passiert ist, steht somit auch auf dem Plan. Aber so ist das eben in Luftfahrt... Ich mach es mit Freuden ;) jedenfalls noch... Ich kann nur hoffen das ganze nimmt einem nicht die Vorfreude.

Spannend für mich ist auf jedenfall, dass ich schon den Lehrplan für die ersten Monate gesehen habe. Und demnach werde ich nach 3-4 Wochen Theorie schon mit den ersten Flugstunden anfangen. Und nur der Gedanke daran lässt schon ein Grinsen von einem Ohr zum anderen über mein Gesicht ziehen. Das ist der Hammer :-D

Checkliste

Hier nochmal die "Muss ich vor Antritt einer Ausbildung vorzeigen"-Liste mit aktuellem Status:

-
Medizinische Tauglichkeit Medical Class 1 - Checked
-
Leistungstests sowie Tests in Ma, PH, Eng - Checked
- Zuverlässigkeitsüberprüfung §71Nr.4 LuftSig - Checked
- Vorlage einer Erklärung über schwebende Strafverfahren - Checked
- Auszug aus dem Verkehrszentralregister des KBA - Checked
- Behördliches Führungszeugnis der Belegart O oder P - erst bei Einstellung der Airline
- Erste Hilfe Kurses über 2 Tage (16h) - Checked

stand: 06.08.2008

Freitag, 1. August 2008

...konspirative Treffen

Es wird geredet. Und nicht wenig !!!

30.07.2008 - 8.50Uhr. Die meisten Kollegen beziehen gerade Ihren Arbeitsplatz, schalten Ihre Notebooks ein und beginnen mit Ihren morgendlichen Ritualen. Kaffee holen, genüsslich in das mitgebrachte Brötchen rein beißen, welches zuvor liebevoll von der eigenen Frau zubereitet wurde oder einfach noch schnell ne Fluppe anzünden. Ich für meinen Teil bin gerade leidenschaftlich mit meinem Knick-Joghurt von Müller beschäftigt. Natürlich das Original !!

9.00Uhr - Plötzlich geben sämtliche Notebooks fast zeitgleich einen kurzen und leisen Ton von sich der signalisiert das eine neue Email eingegangen ist. Manch einer nimmt es wahr und wundert sich, andere ignorieren es einfach und beschäftigen sich weiter mit dem was sie gerade so tun.

9.04Uhr - Der erste Kollege überfliegt seine Mails und stößt ein kurzes "moment mal" aus. Eine Geste die durchaus Normal ist und nicht weiter Beachtung findet. Doch nach und nach wird es ruhiger in diesem Büro alle schauen irritiert auf Ihren Bildschirm. Manche schütteln den Kopf, manche schauen einfach nur fragend, bei andere geht die Kinnlade runter. Doch was ist gerad passiert??

9.05Uhr - Auf einem Online Portal für Branchen spezifische News läuft eine Adhock Meldung über den Ticker...

Es war diese Mail, die an diesem Tage für fragende Blicke sorgte und am heutigen Tage für eine Menge Gesprächsstoff. Überall im Hause stehen kleinere Grüppchen zusammen und diskutieren.. Keine anderes Thema ist momentan wichtiger als das.. Es sieht aus wie kurz vor der französischen Revolution. Leute verschwinden zu konspirativen Treffen in kleinen Meeting Räumen. Die Spannung in der Luft ist kaum erträglich.

Was ist nun passiert?? An diesem Morgen erhielten alle Mitarbeiter eine Informationsmail der Geschäftsleitung unseres(wenn man dies noch so nennen darf) Unternehmens mit der Ankündigung, dass die Firma zu 100 Prozent veräußert wurde und nun einer großen Europaweiten Aktiengesellschaft, welche selber in dieser Branche unterwegs ist, untersteht.

Kurz um: wir wurden verkauft. Vom Inhaber geführten Unternehmen zum Spielball der Börse. Erste Anzeichen des Wandels wird der neue Firmenname sein. Doch was nun weiter passiert weiß keiner... Schweigen der Führungsebene lässt somit Spielraum für eine Menge Gerüchte.

Es wird also viel geredet und die Telefone klingeln von Headhuntern fremder Firmen... Ich für meinen Teil bleibe jedoch vorerst bei meinem Müller-Kusper-Knick-Joghurt. Natürlich das Original !!

Mittwoch, 30. Juli 2008

Fotostrecke Sevilla

Nachdem nun mehrere Anfragen gekommen sind und ich immer noch nicht dazu gekommen bin, hier nun die Fotos von meinem Sevilla Tripp im Frühjahr als Fotoalbum...

Sevilla 2008:


Fotoalbum:
Sevilla - Spanien

Montag, 28. Juli 2008

Porta Westfalica..

..das Tor zum Land der Bekloppten. Unter anderem Standort des Kaiser-Wilhelm Denkmals welches zu Ehren Wilhelm des I nach seinem Ableben 1888 in Auftrag gegeben wurde. Imposant ragt das ca. 80m hohe Bauwerk auf einem Berg gebaut weit über die Landschaft. Selbst Kilometer entfernt ist dieses Denkmal selbst Nachts, durch seine massive Ausleuchtung, noch zu sehen.

Nach abenteuerlicher Anfahrt kann hier ein phänomenaler Ausblick genossen werden, welcher zumindest kurzfristig von der "Grenze" zum Land der Verrückten ablenkt. Ein jeder der den Weg Richtung Westen wagt und ein wenig Zeit hat, kann hier ruhigen Gewissens einen kurzen Stopp einlegen und entspannen. Auf dem Rückweg, spätestens bei deutlicher Überschreitung der Landesgrenze, muss nämlich mit unerklärlichen Verkehrsphänomenen und völlig rätselhaftem Verhalten der Eingeborenen gerechnet werden.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Shortly after Einöd

Kurz hinter "Einöd" liegt das kleine idyllische Städtchen Zweibrücken im wunderschönen Rheinland-Pfalz. Bekannt für seinen Weltgerühmten Rosengarten und seine Jahrhunderte alten Landgestüte, verzaubert es seine Besucher mit den weiten grünen Landschaften der Hinterpfalz. Kurz um: Es ist es so ziemlich das letzte Kaff auf Gottes Erden....

Dennoch rückt dieser Ort immer mehr in den Fokus meines Interesses. Unerklärlicherweise hat dieses unscheinbare Städtchen einen Wohl ausgebauten Flughafen, welcher von Namenhaften Fluggesellschaften bedient wird und noch dazu Sitz der Cirrus Flighttraining GmbH ist.

In unseren Landen gibt es 3 gängige Möglichkeiten eine Vollzeitausbildung zum Verkehrsflugzeugführer durch zu führen. Die erste, wäre ein Ausbildung direkt bei einer Airline welche eine solche Ausbildung anbietet. Kandidaten wären hier Lufthansa und AirBerlin. Die Vorteile liegen hier wohl auf der Hand. Die zweite Möglichkeit ist eine Ausbildung bei einer freien Flugschule. Die Ausbildung ist sicherlich nicht weniger gut aber man steht hinterher allein da und muss entsprechend schauen wo man bleibt. Und der Dritte und für mich attraktivere Lösungsansatz, ist die Ausbildung bei einer Airline welche zwar keine Übernahmegarantien ausspricht aber sowohl nach Ihren "Procedures" ausbildet, als auch hinterher Übernahmen anbietet und auch bei einer Vermittlung zu einer anderen Airline behilflich ist.

Der findige Leser wird sich nun denken können das Cirrus Airlines eine solche Airline ist. Cirrus selbst fliegt als Lufthansa Partner im Regionalen Luftverkehr und hat desweiteren eine große Business Aviation Flotte. Und ist Betreiber einer sehr angesehenen Flight Academy.

So kommt es nun das Gespräche geführt werden, Vorab Tests anberaumt und jede Mengen Fragen geklärt werden müssen. Es bleibt in jedem Falle spannend an dieser Front und ganz nebenbei versuche ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, womöglich längere Zeit an einem Ort zu leben an dem die Zeit noch nicht erfunden wurde...

..das letzte Dorf vor Zweibrücken