Sonntag, 30. März 2008

Und jetzt bitte den Mittelstrahl...

Ja, so komisch es klingt, das waren die einprägsamsten Worte welche bei meinem Medical hängen geblieben sind und sich quasi in meinem Gehirn eingebrannt haben. Wenn man mich jetzt fragen würde was ich Spontan bei dem Begriff "Flugtauglichkeit" denke würde, so wäre die Antwort ziemlich klar.

Mittelstrahlurin... Ein Wort das man sich mal genüsslich auf der Zunge zergehen lassen sollte:
"Miiiiitttteell-straaaaahl-uuuuuurin"

Zur kurzen Erklärung: Während der Untersuchung zur Flugtauglichkeit, welche einmal im Jahr wiederholt werden muss, müssen neben den normalen Untersuchungen und Bluttests auch eine Urinprobe abgegeben werden. Ein prozedere vor dem ich schon durch etliche Beiträge im Internet gewarnt wurde. Doch was soll ich sagen: So richtig Lustig ist es erst wenn man selbst an der Reihe ist. Da stehe ich nun am besagten Tage früh auf und bevor ich etwas anderes tue, quäle ich mir einen halben Liter Wasser in den Körper. Und während ich mich auf den Weg zum Flugmedizinischen Zentrums meines Vertrauens mache, ist ein weiterer halber Liter des so Lebenswichtigen Rohstoffes an der Reihe. Als ich nun endlich eingetroffen bin, stelle ich fest das ich ja Bedürfnisse nach vielem habe (Frühstück, Kaffee) aber nicht nach einem Gang zum stillen Örtchen. Kurz entschlossen frage ich die Schwester bei der Anmeldung höflich ob ich denn von Ihr noch ein bißchen Wasser bekommen könnte. Und prompt erhalte ich von Ihr ein breites Grinsen und die Worte: "Na, klappts noch nicht so richtig ??"

Gott wie erniedrigend. Nachdem ich nun meine zusätzliche Ration Wasser bekommen hatte, war es soweit das man von mir eine gestandene Portion Urin verlangte. Doch es regte sich gar nichts. Kein Druck, kein Verlangen, kein Nichts. Dennoch schickte mich die Schwester auf ein extra dafür vorgesehenes Örtchen und verlangte nun ein Portion Mittelstrahlurin.
Haben Sie schon mal probiert auf Kommando zu pinkeln? Also selbst mit einer Militärischengrundausbildung, gibt es einfach Dinge die sooo nicht funktionieren. Aber was soll ich lang erzählen... Ich befüllte den Becher tröpfchenweise und stellte Ihn auf die dafür vorgesehene Position. Der Mittelstrahl konnte mich mal. Mehr war einfach nicht drin.

Der Rest des Untersuchungsmarathons verlief ehr langweilig. Wie man es eben von solchen Untersuchungen kennt. Blutabnahme, EKG, Lungenfunktionstests, Augenuntersuchung, EEG, allgemeine Untersuchung, Hals-Nasen-Ohren Check, Drogengespräch, usw.
Das einzige Highlight war, dass ich alle 5 Minuten aufs Örtchen musste. Und was soll ich sagen: Während ich diese Worte schreibe, drückt schon wieder die Blase. Ich freue mich jedenfalls auf die nächste Untersuchung wenn es wieder heißt:

"Und jetzt bitte noch etwas Mittelstrahlurin...." :)

Ein Bild der Swiss Air über die korrekte Ausführung einer Urinprobe
(anklicken zur Vergrößerung)

Voraussetzungen und andere Hindernisse..

Viele Fragen sich was das eigentlich für Voraussetzungen sind die eine Person mitbringen muss um Pilot zu werden. Um es kurz zu machen: Jede Fluggesellschaft beantwortet diese Frage etwas anders. Es gibt jedoch ein paar grundsätzliche Anforderungen welche durch den Gesetzgeber und internationale Abkommen definiert werden. In diesem speziellen Fall überwacht die Einhaltung dieser rechtlichen Grundsätze das Luftfahrt Bundesamt mit Sitz in Braunschweig. Hierbei handelt es sich allerdings ehr um Formale, als um persönliche Voraussetzungen.

Folgende Voraussetzungen müssen vor Antritt einer Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer erfüllt und geprüft werden:

- Medizinische Tauglichkeit durch Flugmedizinisches Zentrum(AMC) Medical Class 1
- Nachweis über ausreichende Kenntnisse in Ma, Ph, Eng
- Zuverlässigkeitsüberprüfung §71Nr.4 LuftSig
- Vorlage einer Erklärung über schwebende Strafverfahren
- Auszug aus dem Verkehrszentralregister des KBA
- Behördliches Führungszeugnis der Belegart O oder P
- Nachweis über Teilnahme eines Erste Hilfe Kurses über 2 Tage (16h)

Man kann also sehen, bevor man überhaupt anfängt an eine Ausübung eines solchen Berufes zu denken, sind eine Menge Hindernisse zu überwinden, welche nur allein durch den Gesetzgeber definiert sind. Und das ist noch der leichteste Teil auf dem Weg ins Cockpit.

Freitag, 28. März 2008

Frühjahrsputz

Es ist Frühling... Zugegeben, es ist noch etwas kalt und es regnet und schneit alle Nase lang. Und so richtig blühen will auch noch nix. Dennoch, es ist Frühling. Zumindest wurde er ausgerufen. So lese ich das der Meteorologische- wie auch Astronomische Frühlingsanfang schon begonnen hat. Nur will sich scheinbar die Natur nicht so richtig an unseren Zeitplan halten. Aber das soll auch nicht das Thema sein !! Wie immer im Frühling steht der alljährlich, lang ersehnte und anscheinend nicht vermeidbare Frühjahrsputz an. Wahrscheinlich genetisch bedingt verwandelt sich die noch so unordentlichste Frau in einen wahren Putzteufel und fängt an den Bau zu säubern. Wie das genau aussieht brauche ich wohl hier nicht zu beschreiben. Ein jeder hat dies schon von früher Jugend an beobachten können und jedes Kind weiß das, wenn es nicht unbedingt in das Visier des Frühjahrsputzers geraten möchte, sich schnellst möglich aus dessen Reichweite begeben sollte.

Auch unter Männern soll dieses Wahnhafte Putzverhalten schon beobachtet worden sein. Meiner Meinung nach stellt dieses atypische Verhalten allerdings ehr eine "Nachahmung" dar, welches durch unsere noch rudimentär erhaltenen Grundinstinkte ausgelost wird.

Wie auch immer. Obwohl ich mich selbst naturgemäß nicht zu den Frühjahrsputzern zähle, so möchte ich trotzdem in Ihrem Sinne diesen Blog etwas "ausputzen" und den Frühling(möge er endlich kommen) willkommen heißen. Daher habe ich, wie man unschwer erkennen kann, einen neuen Look für diesen Blog ausgewählt. Ich hoffe er findet Zustimmung und wird, durch hinterlassen vieler Kommentare zu den nächsten Themen, ausreichend gewürdigt.

In diesem Sinne...


Sinn und andere Dinge..

Worum geht es eigentlich. Eine Frage die ich mir lange selber gestellt habe und deren Antwort ich inzwischen zu wissen glaube. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Worum es eigentlich in diesem Blog geht, darum geht es !! Kurz gesagt: Es geht um mich :)

Und meinen Weg zur Realisierung meines Traums. Um das Kind bei seinem Namen zu nennen:

Es geht um meinen Traum Pilot zu werden.

Ein Traum der für viele faszinierend erscheint und doch gleichzeit sehr abstrakt. Ein Traum, den aus verschiedensten Gründen, nur wenige in die Realität umsetzen. Und auch ich gehörte bis vor kurzem noch dazu. Und das obwohl dieser Wunsch schon seit meiner Kindheit in meinem Kopf umher geistert. Doch was hat sich geändert, dass ich nun doch versuche diesen Weg zu gehen? Sagen wir einfach ich habe die Gründe, welche ich als vermeintliche Hinderungsgründe vorschob, hinterfragt und als fragwürdig eingestuft. Und ich habe den wohl schwersten Schritt bei solch einem Unterfangen getan: ich habe mich dafür entschieden !!

Doch um diesen Traum Realität werden zu lassen, ist ein sehr langer, schwieriger und verdammt teurer Weg zu gehen, ohne Gewissheit auf Erfolg. Und mit diesem Blog lade ich euch herzlich ein, mich auf diesem Wege zu begleiten.

Dienstag, 25. März 2008

Neues von der Löffelfront...

Unbestätigten Meldungen zufolge sind mehrere Löffelsichtungen gemeldet worden. Nach Angaben unzuverlässiger Kreise, wurden mehrere Löffel bei konspirativen Treffen in unbekannter Gruppenstärke beobachtet. Wo und wann diese Ansammlungen beobachtet wurden steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest.

Der Löffelnotstand beschäftigt nun seit einiger Zeit Mitarbeiter der ABC GmbH(Name durch die Redaktion geändert). Während das mittlere Management sich vor kurzem noch nicht dazu äußern wollte, scheint sich hier ein Wandel abzuzeichnen. Wie bis jetzt durchgesickert ist, stößt der Mangel an qualifizierten Löffeln auch in der Führungsebene auf immer mehr Unmut. Derzeit werden weitreichende Lösungsansätze scharf diskutiert. Auch hier ließ man sich bei den verantwortlichen Stellen jedoch derzeit nicht zu einem Kommentar Bewegen.

Wie es weiter geht in dieser Krise erfahren Sie wie immer hier auf: Chaser's Ride

- Chaser's Ride .. Sachlich recherchiert und härter als die Wahrheit -

Donnerstag, 20. März 2008

Eier, Eier, Eier...

Ostern steht vor der Tür. Und obwohl ich mich nicht zu den Leuten zähle die eine große spirituelle Ader Ihr Eigen nennen, so freue ich mich natürlich trotzdem über die zusätzlichen freien Tage. Die Anhänger der Buchreligionen feiern die Auferstehung Ihres "Erlösers", Anhänger oder "Fans" von Naturreligionen ergötzen sich an Ihren Frühlingsfeiern und dem alljährlichen Osterfeuer und dem Rest ist es kurz gesagt egal, freuen sich aber sicherlich auch über die freien Tage. So haben also die meisten Pläne was Sie die nächsten 4 Tage machen werden, genau wie ich auch.

Nur leider bringt genau das auch seine Probleme mit sich. Worauf ich mich jetzt schon freue, wird der Osterliche Verkehrsterror sein. Quasi ein kompletter Stillstand auf den Straßen Deutschlands, wo doch jeder aber irgendwo hin will. Ein Land legt sich selbst lahm. Wir brauchen keine Bahn- und ÖPNV Streik oder gar schlimmeres. Nein, wir brauchen nur ein paar Feiertage. Ein tolles Phänomen. Aber wie auch immer. Ich kann daran nichts ändern. Ich bin sogar selbst ein Teil des Problems. Aber das ist nicht schlimm.

Was mir viel mehr zu schaffen macht sind diese Ostereier !!! Ich rede von diesen kleinen Schokoeiern die überall herum liegen. Und ständig kommt jemand und ermuntert zum fleißigen Naschen. Zu doof wenn man seit kurzem diesen kleinen leckerein Abstinenz geschworen hat. Ich gebe zu die Verlockung ist groß, doch noch kämpfe ich.

Ostern ein Fest der Freude und des Miteinanders... Welch Ironie !!

Mittwoch, 5. März 2008

Die Löffel Problematik..

Obwohl unser Bürogebäude nicht unbedingt zu den Größten zählt, so bietet es trotzdem Platz für mehrere "kleinere" Großraumbüros, verteilt über mehrere Etagen sowie 2 Küchen. Baubedingt befinden sich diese im Erdgeschoss und im obersten Stockwerk des Gebäudes. Um die Frage vorweg zu nehmen: ich sitze genau dazwischen. Nun hat es sich etabliert das ich morgens, nachdem ich im Büro angekommen und meinen Arbeitsplatz bezogen habe, erstmal den weg (10m) zum nächst gelegenen Supermarkt beschreite und mir dort meinen morgendlichen Joghurt und vielleicht noch einen Banane dazu, kaufe. Nachdem dies geschafft ist, führt mich der weg nun in eine der besagten Küchen um mich mit dem Tagesequipment wie Tassen und Löffel zu versorgen um dann einen angenehmen Start in den Tag zu zelebrieren.

Und hier liegt auch schon der Hund begraben. Es gibt keine Löffel !! Jedenfalls meistens nicht. Nicht das die Firma notorisch unterversorgt wäre oder die Kollegen den Vorrat an Löffeln schon am frühen Morgen plündern würden. Nein, sie sind einfach weg. Nur wo sind Sie hin?

Ich bin der Sache nachgegangen und hab auch mehrere Beobachtungen mit wissenschaftlicher Präzision durchführen können. Als erstes führte mich der Weg in unsere zweite Küche im obersten Geschoss. Für einen Löffel sicherlich eine weite Strecke, aber die Neugier trieb mich an. Und schließlich musste ich ja meinen Joghurt irgendwie verzehren ohne dabei wie ein 2 jähriger auszusehen. Was ich jedoch feststellte war sehr ernüchternd. Auch hier gab es keine Löffel. Doch wo waren sie alle hin? Eine Frage die immernoch ungeklärt ist. Was ich jedoch feststellte ist, dass die Tassen, welche in gleicher Zahl vorhanden sind, von der unteren Küche zyklisch nach oben wandern. Und nachdem sie gebraucht sind, durch das Reinigungspersonal wieder gleichmäßig auf die 2 Küchen verteilt werden. Das komische ist jedoch das die Mitarbeiteranzahl auf allen Etagen nahezu gleich sind. Wieso also wandern die Tassen von unten nach oben und wo sind die Löffel hin?

Nun habe ich die Untersuchung seit mehreren Wochen durchgeführt und komme zu folgenden Zwischenergebnissen: In der Ausgangsituation befinden sich gleich viele Löffel auf beide Küchen verteilt. Im Laufe der Zeit findet eine vertikale Löffelwanderung statt welche der Tassenwanderung zuvorkommt. Und obwohl gebrauchtes Geschirr täglich gereinigt wird, so verschwinden dennoch alle Löffel unabhängig von den Tassen, welche immer zu finden sind. Und ab einem gewissen Zeitpunkt befinden sich wieder alle Löffel gleichmäßig verteilt, in beiden Küchen, wieder.

Obwohl dieses Phänomen durchaus faszinierend ist, so ist es doch auch sehr ermüdend. Vielleicht liegt es auch an der ständigen Suche nach den Löffeln. Ich fühle mich jedenfalls wie ein Elefant der jahreszeitlich bedingt hunderte von Kilometern durch die Savanne laufen muss, um das nächste Wasserloch ...äh Löffel.. zu finden. Doch ich gebe nicht auf. Ich werde sie finden... Überall !!!

Dienstag, 26. Februar 2008

Fahrer gesucht

Kann irgend jemand diesen Fahrer identifizieren??

Ich kann es jedenfalls nicht. Nein, dieses Bild ist nicht durch den Scanvorgang so schlecht geworden. Auf dem amtlichen Brief, auf dem dieses Foto abgedruckt wurde, ist es genauso unscharf.

Zum Schutz vor eventuellen fehlerhaften Beschuldigungen gegenüber Dritte, bitte ich um keine Mutmaßungen im Kommentarfeld !!!

Montag, 25. Februar 2008

Dick Cheney erklärt den dritten Weltkrieg

Ja, es ist wieder soweit. Ich bin mal wieder in der Republik unterwegs. Und diesmal hat es mich nach Mainz verschlagen. Ich würde ja gern behaupten ich hätte mir die lokalen Sehenswürdigkeiten angeschaut und mich mit den Menschen unterhalten, doch leider ist dem nicht so. Ich sitze mal wieder bei einem großen blauen Prokapitalistischen Konzern mit 3 Buchstaben im Logo, dessen Perfekt trainierte Angestellte mich mit Marketinganglizismen berieseln das es nur so kracht. Zur Auflockerung macht ab und an einer der Referenten einen Witz der selbst mit größter Mühe, nicht als dieser zu erkennen ist. Da stellt sich für mich natürlich die Frage ob nur ich diese Beiträge zur allgemeinen Belustigung nicht verstehe oder ob es noch anderen so geht. Ich erwische mich dabei, wie ich mich mit Fragen quäle wie zum Beispiel: ob es sich dabei vielleicht um Konzerninterne Codes handelt die ein externer Mitarbeiter einfach nicht verstehen kann, auch wenn er sich noch so bemüht. Nachdem ich mich vergewissere das mein Sitznachbar auch ein interner Mitarbeiter des besagten Unternehmens ist, beschließe ich ihn zu fragen warum er denn gelacht hätte. Die Antwort bringt mich zum erstaunen. Er antwortet mir in einer fast schon zum Gruseln, ehrlichen Art und Weise: er hätte nur so gelacht. Die anderen täten dies ja auch und es wäre wohl ein lustiger Anlass gewesen. Ich bin sprachlos... Nicht das ich irgendwas zu erzählen hätte. Ich bin ja schließlich zum zuhören da. Dennoch, das ganze gibt mir doch sehr zu denken !!!

Währenddessen wechselt der Referent. Vorne steht nun ein Amerikaner. Jemand aus Colorado falls diese Information wichtig ist. Er spricht schnell, undeutlich und ohne Pause. Es ist nicht so das man ihn nicht verstehen könnte, schließlich ist das Vokabular bekannt. Nach Dutzenden solcher Veranstaltungen stellt man leicht Fest das auch im Fremdsprachigen Vorträgen doch immer wieder das gleiche.... nennen wir es: "Marketing Bla Bla" gesprochen wird. Aber trotzdem fällt es mir nach und nach schwer ihm zu folgen. Ich merke wie ich müde werde. Es muss an der Luft in diesem Raum liegen. Es ist immer die schlechte Luft bei solchen Veranstaltungen!!! Jeder weiß es und trotzdem tut niemand was dagegen. Meine Blicke und Gedanken schweifen durch den Raum und plötzlich wird mir schlagartig bewusst, dass niemand mehr ihm wirklich zuhört. Unser Dick Cheney Double könnte den dritten Weltkrieg proklamieren und niemand bekäme es mit. Er hört auf zu sprechen und alle Wachen schlagartig auf und Applaudieren. Eine gruselige Szene...

Montag, 18. Februar 2008

Der Diätenwahn

Nein, alle politisch interessierten Leser muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Ich werde mich nicht über den Lohn unserer Obrigkeit auslassen, welcher sicherlich nicht nur in jeder Eckkneipe zu hitzigen Diskussionen führen kann. Mir geht es heute in der Tat um die Welt der progressiven Gewichtsreduktion. Stets müde belächelt gab es kaum ein Thema welches mehr an mir vorbei gegangen ist, wie dieser, anscheinend jede Gesellschaftsschicht durchdringende, Schlankheitswahn. Ich möchte natürlich klar stellen das ich schon ein wenig darauf geachtet habe wie mein äußerliches Erscheinungsbild aussieht aber ich bin nie exzessiv irgendwelchen Schönheitsidealen hinterher geeifert und daran wird sich auch nichts ändern.

Trotzdem muss ich mir eingestehen das sehr viel Arbeit, ungesunde Ernährung und ein wenig Freizeitfaulheit mich dazu verleitet haben mein "normales" wöchentliches Sportprogramm etwas schleifen zu lassen. Und so kam es wie es kommen musste und das persönliche Zielgewicht konnte nicht gehalten werden. Für viele Personen ein Grund in tiefe Depressionen zu fallen, für mich der Zeitpunkt etwas zu ändern. Und so beglücke ich das hiesige Fitness Haus nun fast täglich.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Diätenwahn !! Neben den bereits erwähnten sportlichen Aktivitäten erklärten mir die Fitness Gurus das auch eine gewisse Ernährung unabdingbar für ein schnellen und optimalen Erfolg sei. Ein Umstand der mir durchaus bewusst war und ist. Doch wie macht man es richtig?? Muss ich mich jetzt wirklich mit dem leidigen Thema Ernährung ernsthaft beschäftigen?? Muss ich mich auf das Niveau eines "Bunte" Lesers begeben und mir die Vorzüge von Blitz und Null Diäten zu gemühte führen?

Ich denke nicht!! Das muss auch anders gehen. Und so beschäftige ich mich nun seit Tagen mit Ernährungspyramiden, -abstimmungstabellen, Gewohnheitsanalysen und Nahrungsinhalten. Es ist unglaublich!!! Und so langsam wird mir auch klar wieso meine Lieblingsmitbewohnerin welche bekennende Dauerdiäteren(gibt’s das Wort?) ist auch immer 5h vor einem Kühlregal im hiesigen Supermarkt verbringen kann.

Der Diätenwahn…. Und ich bin mitten drin. Ja, so sind sie die höheren Ziele. Es geht scheinbar nicht ohne Opfer. „Doch ich bleib Tapfer“, sprach er und biss in sein Salatblatt.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Montag, 21. Januar 2008

Der Mülltonnen - Blues

Es ist Montag. Nicht nur das dieser Tag den Beginn einer neuen Woche einläutet, so ist es auch der Tag vor Dienstag. Dem einen gleich, dem anderen ein weiterer Tag den er freudig Arbeiten gehen darf. Aber für mich ist es der Tag oder besser gesagt der Morgen an dem meine "Freude" über die Lakaien der Stadt Köln nahezu ins Unermessliche wächst.

Es ist der Tag des Mülltonnen Blues.

Jeden Dienstag um 7.10Uhr sind 5 Eiserne Jungs der Stadt Köln bzw. im Auftrag derer unterwegs und kümmern sich um die Entsorgung des gemeinen Hausmülls. Und jeden Dienstag um 7.10Uhr klingelt es an meiner Tür. Ich betone an meiner !!! Und ja, ich habe alles probiert um dieser Folter zu entgehen. Ich hab es ignoriert(es klingelte weiter), ich hab freundlich mit den Herren gesprochen, meinen Respekt für Ihre Arbeit zum Ausdruck gebracht und Sie gebeten das sie doch jemand anderen im Haus wach machen sollen, ich war sogar mal unfreundlich. Nichts hat geholfen. Sie klingeln immer bei mir !!! Und für alle die sich jetzt fragen wann ich denn so im allgemeinen aufzustehen pflege: Um 7.35Uhr.

Gut, der ein oder andere sagt sich vielleicht das diese 25 Minuten nicht unbedingt schlimm wären und wenn es sich um einen Termin im laufe des Tages handeln würde, so würde ich dem mit Sicherheit zustimmen. Aber hier ist es schlimm!! Es geht hier ums Prinzip. Es geht um meine 25 Minuten. Meine 25 Minuten Schlaf die mir jeden Dienstag geraubt werden. Wenn ich das mal hochrechne sind das bei 52 Wochen im Jahr ziemlich genau 1300 Minuten. 1300 Minuten der schönsten Träume die mir verloren gehen. Und wer sich mal eine Wissenschaftliche Sendung zum Thema Schlaf angeschaut hat weiß, dass man immer in den letzten Minuten einer Nacht richtig Träumt und das in wenigen Minuten Schlaf sich dutzende Träume abspielen können. 1300 Minuten pro Jahr die mir die Stadt Köln schamlos raubt. 1300 Minuten seelischer Grausamkeit.

Und morgen ist es wieder soweit. Punkt 7.10 Uhr und diese Pünktlichkeit ist fast schon bewundernswert, wird es an meiner Tür klingeln. Und wie jedesmal, wenn sich der Orange gekleidete Mann im Auftrag der Stadt Zugang zum Haus verschafft hat, wird ein rhytmischer Laut durch das hellhörige Treppenhaus hallen mit den anmutigen Worten:

"Dankeeeee, binnnnnnnnn drinnnnnnnnnnnnnn"

Der Mülltonnen Blues

Montag, 14. Januar 2008

Immer wieder Sonntag

Es ist Sonntag. Und nachdem ich am gestrigen Tag schon freiwillig um 7.30Uhr aufgestanden bin um dem Snowboard fahren in einer künstlich erschaffenen Winterlandschaft zu frönen, habe ich mir die Freiheit genommen und heute bis 14 Uhr geschlafen. Ein tolles Gefühl, was nur noch mit einem noch so tolleren Frühstück abgerundet werden kann. Alles was dazu fehlt sind ein paar Brötchen.

Es ist Sonntag. Ich pack mich warm ein und gehe los. Das Wetter ist toll. Wolkenfreier Himmel und schön Kalt. Wie es eben sein muss im Winter. Schnee fehlt noch. Aber man soll ja nicht zu viel verlangen.

Es ist Sonntag. 14 Uhr und der Bäcker hat keine Brötchen mehr. Ich bin enttäuscht !!

Donnerstag, 10. Januar 2008

Ein Tag dieser Tage...

Dienstag 8.01.08:
Gestern war es wieder soweit... Es war wieder einer dieser Tage. Jeder kennt Sie, jeder verdrängt die Erinnerung an Sie und doch kommen Sie immer wieder.... Ja, DIESE TAGE
Eigentlich verlief der größte Teil des Tages recht ruhig und ohne besondere Vorkommnisse.
Frustrations Level: 0
Mal davon abgesehen das mir 2 mal der Kaffee umgekippt ist und ich auf dem Weg zum Mittagstisch völlig unvorbereitet in eine Pfütze getreten bin, welche eine komplette Flutung meines Schuhs zur folge hatte.
Frustrations Level: 1
Aber es waren genau diese Anzeichen, die ich wohl hätte ernst nehmen müssen. Es wäre wohl sicherer gewesen sofort alles stehen und liegen zu lassen und ohne Umwege nach hause zu fahren. Aber nein, so ein Mensch bin ich nicht. Soooo leicht gebe ich nicht auf.. Verdammt!!

Aber weiter zur Geschichte: Nach getanem Arbeitswerk bewegte ich mich zur Post um dort ein Päckchen abzuholen, welches dort wohl schon länger als 7 Werktage auf mich dahin vegetierte. Die Chance war nicht sehr groß das es noch auf mich wartete. Es war mehr so das man davon ausgehen konnte das ein übereifriger und pflichtbewusster Postangestellter sofort nach 7 Tagen das Päckchen ordnungsgemäß zurückgeschickt hat, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Angekommen begann die Suche nach einem Parkplatz welcher sich eindeutig nicht zu Zeigen wagte. Kurz entschlossen stellte ich mich also aufs Eck ins Halteverbot. Rein in die Post und Zielgerichtet auf den nächsten Postbeamten... So war der Plan. Was ich Vorfand war ein Schlange von 20 Mann.
Frustrations Level: 2
Nagut, "nicht die Nerven verlieren" hieß das Motto.

Nachdem ich nun 15 Minuten wartete kam die Stunde der Wahrheit. Und wer hätte es gedacht: Das Päckchen war weg. Na toll.. Was soll's. Ich wusste ja nicht einmal von wem das Päckchen überhaupt war. Also ab nach Hause und vorher noch Einkaufen. Am Auto angekommen, stellte ich fest das ich ein Knölchen bekommen hatte. "Warum auch nicht !! In jedem Fall berechtigt!!!" versuch ich mir einzureden. Und ich stelle mir ungewollt die Frage wofür ich nochmal da war ?! Ich finde leider keine sinnvolle Antwort. Es kreisen Gedanken durch mein Kopf, ob ich vielleicht vors Rathaus fahren sollte, laut Hupen und 15 Euro aus dem Geldbeutel nehmen und sie öffentlich verbrenne.
Frustrations Level: 4

"Gott Sprach: Lächle, sei froh, es könnte Schlimmer kommen !!!"

"Ich lächelte, ich war froh und es kam Schlimmer"

Zu hause angekommen, packte ich die Einkaufskisten zusammen und lud meine Mitbewohnerin ins Auto um dann schnell Einkaufen zu fahren. Wir betraten das Land der unbegrenzten Einkaufsmöglichkeiten und schwups war meine Mitbewohnerin verschollen.
Frustrations Level: 5
Nach etwa 20 Minuten war ich für meinen Teil fertig und begab mich nun auf die Suche nach meiner Begleitung. Und man sollte es nicht glauben, aber nach weiteren geschätzten 20 Minuten konnte ich Sie finden. Nun stand noch der letzte Teil auf dem Plan: Einkauf für den WG - Haushalt. Waschmittel, Taschentücher, Duschbad und andere Dinge standen auf dem Programm. Und es ging wieder los: Ich suchte mir ein Duschbad aus, packte es in den Korb. Danach ging's zum Waschmittel rüber und ich bekam zwei 5 Liter Packungen Flüssigwaschmittel, welche zur Auswahl standen, in die Hände gedrückt. Während meine Mitbewohnerin sich freudig darüber aussprach wie schön das Rosa des Waschmittels doch wäre, wurden mir die Arme schwer und aus der Not fing ich an die beiden Packungen an meinem Gürtel ab zu stützen. Nach getroffener Auswahl, stellte ich gewählte Packung in den Wagen und sah die Katastrophe. Ein großer ROSA Streifen von Flüssigwaschmittel zierte meinen schwarzen Pullover....

AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH
Frustrations Level: 7
"Tief durchatmen". "Und verdammt, warum ROSA"."Atmen!!!"."Zur Kasse und dann RAUS aus diesem SCH.... Laden. Hier Kauf ich Nieeeeeeeeee wieder !!!!" Ab jetzt folgten die Ereignisse Schlag auf Schlag. - 20 Minuten an der Kasse stehen.
Frustrations Level: 7,5
Der Marktanbieter stellt für eine Stunde Kostenfrei Parkplätze zur Verfügung. Ich entwertete also brav mein Ticket an der Kasse und wir begaben uns zum Lift in die Tiefgarage. Während der Fahrt sehe ich ein Schild auf dem Steht:"Vor Abfahrt Parkticket entwerten". Ich Belächle es leicht in dem Glauben das die gute Frau an der Kasse das ja schon gemacht hat. Doch Trotzdem trieb mich etwas zu einem der vielen Automaten. Ich steckte die Karte in den Protzig wirkenden Automaten und erwartete freudig die Ausschrift: "Parkkarte entwertet. Gute Fahrt". Doch was ich zusehen bekam war nur ein: "Parkzeit 1h 6 Minuten - 1.30€"
Frustrations Level: 8
Ich wollte schnell Einkaufen !!! SCHNELL !!!! Und nicht noch Parkgebühren zahlen !!!
Frustrations Level: 9
Am Auto angekommen begann ich das gekaufte fachmännisch in den Einkaufskorb zu packen und stellte nach der Hälfte fest, dass das eben gekaufte und wohlriechende Duschbad einen defekten Verschluss hatte. Tomaten aller DUSCHDAS
Frustrations Level: 10
Nachdem ich ziemlich Gefühllos den Kofferraum beladen hatte brachte ich den Wagen weg, stieg in das Auto und fuhr zu Ausfahrt. Dort angekommen übergab ich die Parkkarte dem gierig ausschauenden Schrankenautomat welcher mir ziemlich emotionslos die Worte: "Parkkarte unbekannt" entgegen brüllte.
Frustrations Level: --
(nicht messbar)
Ich bin mir nicht mehr ganz so sicher ob ich zu diesem Zeitpunkt noch kochte vor Wut oder in eine ehr letargische Stille verfiel..

Wir schreiben den 08. Januar des Jahres 2008 und ich habe meinen SCH....... Tag hinter mir. Gott sei Dank !!! Jetzt kann der Rest des Jahres kommen...

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Ä länd… föar föar äwäeij…

Ja, liebe Leser ich bin mal wieder auf Dienstreise. Eine Fortbildung zum Wohle der Firma wie man mir sagte. Und in diesem Sinne habe ich mich aufgemacht um die wenigen Gelehrten der Republik ausfindig zu machen und sie um eine Unterweisung in Ihren scheinbar so seltenen Künsten zu bitten. So machte ich mich am Montag Morgen, es war der 17.Tag des Monats Dezember, auf den Weg und nach langer und beschwerlicher Reise erreichte ich mein Ziel….

Die Destination in der mich nun also aufhalte lässt sich am besten wie folgt beschreiben:
Es ist ein weit, weit entferntes Land welches auf den ersten Blicken mit schönen Landschaften, historischen Städten und freundlichen Menschen aufwarten kann. Ein Land das nur wenige Menschen zu kennen scheinen aber dessen Name ein jedem ein Begriff ist. Ein Land dessen Menschen, behaftet von Vorurteilen Fremder und getrieben von großem Entdeckergeist, überall auf diesem Wunderschönen Planeten zu finden sind. Menschen welche mindestens genauso Intensiv wahr genommen werden wie unsere Japanischen Gäste mit ihren niemals still stehenden Lichtbild Apparaten.

Es ist eben ein Land: Far Far Away….

Und so wundert es auch nicht, dass in diesem Land alles etwas anders ist. Und vor allen Dingen ist es die Sprache welche, sehr schnell gesprochen, bei mir zu kleineren Verständnisproblemen und leichten Gesichtsentgleisungen führt. Lasst mich hierfür ein Beispiel aufführen:

Es ist Winter und man betritt die Ehrfurcht gebietenden Hallen des Wissens. Bekleidet, mit dicken Mantel, Schal und Handschuhen, stellt man sich gemäß den Regeln des höflichen Umganges den zukünftigen Mentoren vor. Der Aufwartung entsprechend erhalte ich ein wohlwollendes Nicken und obwohl sicher nicht üblich, ein festen Händedruck des Großmeisters persönlich. Womit ich jedoch nicht Rechnete war die Antwort die ich erhalten sollte:

Nü schejn dass se daa sind. Hängen se doch ärst’n mal de Färdedeggge uffn Knöbb. Da an de Düür.

JAAA… Genau, in etwa so hab ich auch geschaut... Und nachdem ich das gehörte nun mehrfach in meinem Kopf vor und zurück Spulte, mit der Gestik und Mimik des Dozenten verglich und ich mir in Gedanken meiner selbst versicherte das der nun folgende Kurs nicht in Finnisch oder einer anderen mir fremden Sprachen abgehalten wird, bildete sich in mir in etwa eine Vorstellung von dem was der Gute Mensch denn wohl meinte. Hätte man in diesem Moment ein Foto von mir gemacht, hätte man mich Sicherheit ein „Bitten Warten“ Schild auf meiner Stirn Grell Blinkend entdecken können.
Also halten wir fest: Ein Mantel ist eine Pferdedecke (oder auch: Färdedeggge), ein Kleiderhacken ist ein „Knöbb“ und eine Tür ist eine „Düür“.

Ja, Dinge die man Wissen muss !! Schließlich ist man zu Gast in diesen Landen und so langsam wird mir auch klar wozu die überdeutliche Beschilderungen an den Autobahnen und Ortseinfahrten dienen, welche mit den englischen Worten: „Tourist Information“ prahlen.

Zuvor müde belächelt und jetzt mit entsprechendem Respekt wahrgenommen, hilft mir diese Erkenntnis nun jedoch wenig. Ich bin da, in einem weit entfernten Land namens: Thüringen. Um präziser zu werden in der wunderschönen Stadt Erfurt. Und trotz offensichtlicher Sprachunterschiede versuche ich den Weisen Worten der Gelehrten angestrengt zu folgen.Jedoch wünsche ich mir Zeitweise wirklich einen kleinen Sprachführer...